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Geschichte des Friedhofs

Im 16. Jahrhundert bereits hatte Pleschen eine lutherische Gemeinde und Protestanten wohnten hier in den nächsten beiden Jahrhunderten – freilich nicht in der Stadt, sondern in der Vorstadt Malinie. Es kam damals zu keinem geordneten Gemeindesystem. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde von den polnischen Großgrundbesitzern um Pleschen die Einwanderung deutscher Protestanten gestattet und begünstigt. Im Jahre 1783 entstanden unter dem Namen Pleschener Hauländer die Gemeinden Gutehoffnung, Grüneweise und Ludwina. Diese Hauländer interessieren uns hier insofern, als die Geschichte der hiesigen evangelischen Gemeinde mit der Geschichte gerade dieser Hauländer im engsten Zusammenhang steht.

1794 haben die hiesigen Deutschen den Beschluss gefasst, sich mit den Hauern zu verbinden, um gemeinsam eine richtige Kirchengemeinde zu gründen und einen Geistlichen anzustellen. Damals wurde die evangelische Parochie in Pleszew gegründet. Die erste evangelische Kirche war aus Holz. In der Abschrift eines Immediatgesuches vom 14. Februar 1800 lesen wir: „Die Hauländer brachten ihre Schule herein, und daraus wurde die Kirche gebaut. Die Bürger gaben das Haus, worinnen sie sonst Gottesdienst hielten, zur Predigerwohnung, und ein anderes zur Kantorwohnung ein. Beide Häuser waren von der städtischen Gemeinde vom Kastelan von Gorzensky gekauft. (…) Die Gemeinde bat den Kastelan von Gorzensky um einen Platz zur Kirche und er gab ihnen auf dem Dorfe Malinie nahe bei der Stadt einen wüsten Fleck dazu, beinahe eine Sandgrube… Die Kirche ist nun wohl aufgesetzt, sie sieht aber mehr einem Speicher, als einer Kirche ähnlich … Der Fußboden ist der bloße Sand, denn zu diehlen, oder mit Ziegeln zu pflastern ist unmöglich gewesen, da die Einnahme zu schlecht ist, und der Kastelan nicht das Geringste dazu hergiebt (…)”.

Die neue evangelische Kirche wurde in den Jahren 1844 bis 1848 gebaut (Karl Gottfried Strecker war damals der Pfarrer) und festlich am 16. Juli 1848 durch Bischof Karl Freymark aus Posen eingeweiht. Innerhalb von 150 Jahren der Gemeindeexistenz in Pleszew waren 6 Pfarrer im Amt. Außer dem Aufbauen der neuen evangelischen Kirche und der Bestimmung der Gemeindegrenzen, hatte die Gründung der Erziehungsanstalt für Problemjugend die sonderbare Bedeutung. Die evangelische Gemeinde ist bis zum Einmarsch der Sowjetarmee am 24. Januar 1945 bestanden. Dann haben Lokaldeutsche mit dem letzten Pleschener Pfarrer Joachim Scholz die Stadt verlassen.

Neben der ersten evangelischen Kirche hat man einen Friedhof gebildet. Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen gemauerten Kirche wurde der Friedhof erweitert (seine Fläche beträgt ungefähr 1,3642 Hektar) und mit Eisenzaun eingeschlossen. Er war viereckig. Im Nordteil wurde einst ein Kreuz hingestellt (heute steht hier schon nur ein Vertikalbalken), im Ostteil befinden sich der Brunnen und von der Seite der Kirche – die Leichenhalle (heutzutage ist das Eigentum der katholischen Pfarrgemeinde). Bis 23 Januar 1945 hat der Friedhof evangelische Gemeinde gedient. Die Geschichtsquellen geben an, dass hier die Pfarrer der evangelischen Gemeinde – Pfarrer Karl Gottfried Strecker (amtierend in den Jahren 1833-1883) und der in den Jahren 1905-1931 amtierende Pfarrer Oswald Jost (mit seiner Frau und Mutter) begraben wurden. Seit 1945 wurden hier Polen begraben. Anfangs wurde der Friedhof von der Katholischen Pfarrgemeinde des Heiligen Erlösers und dann – nach seinem Verschluss – von Pleschener  Stadtwerken verwaltet. Noch im November 1986 waren etwa 20 polnische Gräber geordnet und mit Blumen geschmückt. Im November 1994 wurde die Exhumierung der sterblichen Überreste von während des Zweiten Weltkriegs gefallenen Soldaten geführt. Die Leichen wurden aus einen Massengrab und aus individuellen Gräbern mit Nummern von 2000 bis 2012 (10 Personen wurden identifiziert) weggenommen und auf den Friedhof „Miłostowo“ in Posen hingebracht. Alle Exhumierungsarbeiten wurden im Auftrag der deutschen Seite geführt. Während der Exhumierungsarbeiten stieß man auf deutsche Gräbern von während des Ersten Weltkriegs gefallenen Soldaten.

Im November 1997 wurde der Friedhof der Evangelisch-Augsburgischen Kirchengemeinde in Kalisz übergeben. 2011 wurde er zum Eigentum der Stadt und der Gemeinde Pleszew, die ihn für 140 Tausend PLN (ca. 35 Tausend Euro) von der Kirchengemeinde erworben hat.

Jetzt ist der Friedhof im Devastationstand und wild überwuchert. Nicht zahlreiche erhaltene deutsche Grabsteine sind meistens umgestürzt, belaubt oder lädiert. Alte Friedhofalleen sind mit Bäumen und Sträuchern überwuchert. Der neue Eigentümer – die Stadt und die Gemeinde Pleszew hat vor, das Friedhofsgelände, ohne seine Grenzen zu ändern, historische Elemente der Umzäunung, den vorhandenen Baumbestand, das Netz von Friedhofsbaumgängen sowie auch Grabdenkmäler, Grabmale und Grabkreuze, die in Form einer Mauer – eines Lapidariums gesammelt werden, zu revitalisieren.

Bearbeitet durch Muzeum Regionalne w Pleszewie 

Heimatmuseum in Pleszew