Kontakt Lokalisierung Galerie Deutsche Bevölkerung Geschichte
des Friedhofs
Start

Deutsche Bevölkerung

Olgierd Kiec  (Zielona Góra)

 GESCHICHTEABRISS DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE IN PLESZEW 1794-1945

Das Betrachten des Protestantismus als „deutschen Glauben” hat in Polen eine lange Tradition, die auf die Reformation im XVI. Jahrhundert zurückgeht. Die Überzeugung festigte sich im XIX. Jh. auf dem preußischen Teilungsgebiet, als die Zahl der protestantischen Bevölkerung (vor allem der lutherischen) stark anstieg und in Großpolen 30 Prozent überstieg  Die Dominanz des Protestantismus in Preußen soll aber die Tatsache nicht verdecken, dass Katholiken im Deutschen Reich ca. die Hälfte der Bevölkerung bildeten. Die Ansiedlung von evangelischen Deutschen wurde selbstverständlich durch die im preußischen Teilungsgebiet geführte Germanisierungspolitik unterstützt, aber die berüchtigte Königliche Preußische Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen brachte auch eine geringe Zahl von deutschen Katholiken herbei, die sich gerade in der Gegend von Pleszew [Pleschen] niederließen. Man soll auch nicht vergessen, dass auf dem Grenzgebiet Schlesiens und Großpolens, besonders im Kreis Ostrzeszów [Schildberg] einige zehn Tausend polnischer Lutheraner wohnten, und im ganzen Großpolen konnte man einzelne Vertreter des polnischen kalvinistischen Adels treffen. Das Erscheinen von ersten größeren Gruppen evangelischer Deutscher in Pleszew und  der Umgebung ist mit der Holländer-(Hauländer-)Ansiedlung verbunden.  Noch vor den Teilungen Polens unter der Regierung des letzten Königs Stanisław August Poniatowski stellte man  Andersgläubigen, darunter Protestanten, die Glaubensfreiheit, die ihnen in der ersten Hälfte des XVIII. Jh. entzogen worden war, wieder her. Dank dem strömten schon in den siebziger Jahren des XVIII. Jh. Mengen von protestantischen Ansiedlern (meistens Bauern und Handwerker), die auch das Recht erhielten, neue evangelische Kirchengemeinden zu gründen und Kirchen zu bauen, nach Großpolen heran. Auch damals, wahrscheinlich in der Mitte der achtziger Jahre brachte Ludwika Gorzeńska eine Gruppe von lutherischen Bauern in die Pleszewer Güter herbei, die am wahrscheinlichsten nach dem Holländer [Hauländer] Recht angesiedelt wurden. Ihre Bauernhöfe richteten sie durch Waldroden ein und gründeten drei Siedlungen: Dobra Nadzieja [Gute Hoffnung], Zielona Łąka [Grüne Wiese] und  Ludwina[1]. Es ist schwierig festzustellen, woher protestantische Ansiedler in den Pleszewer Gütern stammten. Gemäß der mündlichen Überlieferung, auf die sich Pastor Karl Strecker 1839 berief, waren Pleszew und die Umgebung „rein katholisch” gewesen, bevor man die Hauländer herbeibrachte, und wenige Protestanten erschienen erst in den letzten Jahren vor den Teilungen Polens. Sowohl Bauern, die neue Dörfer gründeten als auch wenige Handwerker ließen sich meistens in Pleszew und Malinie nieder[2]. Sie stammten wahrscheinlich aus den preußischen Nachbarprovinzen Schlesien bzw. Brandenburg, obwohl besonders im Fall der Landbevölkerung konnten das Ankömmlinge aus anderen Ecken Großpolens oder Königlichen Preußens (Pommerellen) gewesen sein. Die evangelischen Ansiedler waren verpflichtet, Gebühren für die römisch-katholische Kirchengemeinde in Pleszew regelmäßig zu entrichten, aber gleichzeitig bekamen sie Glaubensfreiheit. Die Gründung einer selbständigen evangelischen Kirchengemeinde und die Gewinnung eines Geistlichen erforderten jedoch einen großen finanziellen Aufwand und daher mussten die Ankömmlinge Lehrer einstellen, die außer der Vermittlung der Elementarkenntnisse an Kinder Andachten abhielten d.h. sie übten die Funktion eines Lektors aus. Zahlreichere und wahrscheinlich reichere Hauländer gewannen einen Lehrer (das war Johann Georg Pohl) nicht nur als die Ersten, aber auch bauten sie gegen 1790 eine Schule in Dobra Nadzieja, in der man sich zu Andachten versammelte. Einwohnern von Pleszew gelang es, ein viel bescheideneres Schulgebäude später, wahrscheinlich gleich nach den Teilungen Polens zu bauen. Es wurde in Malinie gebaut, und der erste Lehrer war ein gewisser Wolf, der sich nicht nur als ein schlechter Kantor, aber auch ein Betrüger erwies, weil er nach seinem kurzen Dienst im Sommer 1794 entfloh, nicht zurückgezahlte Schulden gelassen zu haben[3]. Die protestantischen Einwohner von Pleszew und von den in der Umgebung liegenden Dörfern entschieden sich, ihre Kräfte zu vereinigen und gemeinsam schon nicht einen Kantor, sondern einen vollberechtigten lutherischen Geistlichen zu gewinnen. Der um Hilfe gebetene Senior (Entsprechung eines Dekans) in Zduny, Christoph von Geissler, schlug schon im August 1794 einen Kandidaten, der aus Strzelce Opolskie [Groß Strehlitz] stammte und ein theologisches Studium absolvierte, vor. Das war Friedrich Heinrich Ernst Wilhelm Grimm, der sich im Oktober 1794 mit der Delegation von Pleszewer Protestanten nach Poznań [Posen] begab, um bei den Behörden der neuen Provinz Südpreußen eine Einwilligung für die Gründung einer evangelischen Kirchengemeinde auszuwirken; die Reise war so spät wegen des damals dauernden Kościuszko-Aufstands. Die Delegation wurde in Poznań sehr freundlich empfangen und bekam die nötige Einwilligung, aber Grimm musste noch seine letzte Prüfung ablegen und als Geistlicher formell ordiniert werden. Deswegen begab er sich nach Stare Drzewce bei Wschowa [Fraustadt], wo der damalige Generalsenior der lutherischen Kirche in Großpolen, Daniel Fischer seinen Wohnsitz hatte und am 5. November 1794 wurde er als protestantischer Geistlicher ordiniert. In der Rückfahrt wurde er zwar durch Aufständische angehalten, aber endlich drang er nach Pleszew vor und am 16. November 1794 hielt er seine erste Andacht ab. In der neuen Kirchengemeinde verweilte er jedoch nicht länger, denn er meldete schon im Februar 1795 seine Kandidatur für das Pastoramt in Stawiszyn an, wo Arbeitsbedingungen am wahrscheinlichsten besser waren, und schon im Sommer jenes Jahres verließ er Pleszew[4]. Im August bat die verwaiste Kirchengemeinde in Pleszew den Senior Geissler in Zduny wieder um Hilfe. Zum neuen Kandidaten für Pastor wurde Ernst Gottlieb Kleiner aus Oleśnica [Oels] in Schlesien, Absolvent des theologischen Studiums in Halle, der seine Amtierung schon in der zweiten Hälfte 1795 begann. Erst dann begann man die Kirchengemeinde formell zu organisieren d.h. die genaue Bestimmung der Pastorpflichten und -vergütung, die Festlegung von Grenzen und der Bau einer neuen Kirche. Die Pflichten des Pastors und seine Vergütung wurden schriftlich bestimmt, aber die erste Version der im Dezember 1795 durch Vertreter der Kirchengemeinde ausgefertigten Einsetzungsurkunde wurde durch die Behörden des Regierungsbezirks Posen abgelehnt und erst im April 1796 gelang es, eine neue vom Senior Paul Matthiae aus Zduny abgefasste Urkunde auszustellen. Außer einer Wohnung und einer Vergütung in bar und Naturalbezügen (bestimmt in Metzen Roggen) durfte der Pastor Gebühren für Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen erheben. In der Einsetzungsurkunde bestimmte man genau, wie hoch der Anteil der evangelischen Einwohner der Stadt Pleszew, der Vorstadt Malinie und einzelner Dörfer an den Leistungen für die Kirchengemeinde und den Pastor sein sollte, was Ortsvorsteher bzw. andere Vertreter mit ihren Unterschriften bestätigten. Auf diese Art und Weise wurden die Grenzen der Gemeinde provisorisch festgelegt, aber trotzdem waren Konflikte mit Pastoren von Nachbargemeinden nicht zu vermeiden. Viele Protestanten hielten es nicht für notwendig, ihre Angehörigkeit einer bestimmten Kirchengemeinde zu erklären und wegen einer Taufe, einer Trauung bzw. einer Beerdigung wandten sie sich an einen anderen Pastor. Nicht eindeutig festgelegte Grenzen von Kirchengemeinden und niedrige Einkommen von Geistlichen führten zu ernsten Konflikten – einer der Pastoren klagte schon 1796 geradezu Pastor Kleiner an, dass er mit Ränkespielen und Drohungen Einwohner von Wola, Sośnica und Karmin dazu bewegte, sich der Pleszewer Kirchengemeinde anzuschließen. Die Konflikte waren jedoch nicht zu vermeiden, weil der Pastor aus Pleszew ein sich weit erstreckendes Gebiet mit mehr als einhundert Ortschaften, davon auch östlich vom Fluss Prosna, zu betreuen hatte. Auch selbst die Festlegung der neuen preußischen Staatsgrenze im Jahre 1815 bedeutete nicht, dass das Tätigkeitsgebiet von Kleiner sofort beschränkt wurde, weil er bis 1820 Seelsorgerbesuche unter anderem in Chocz, Kaźmierka, Józefów und Obory abstattete. Erst die Gründung von weiteren evangelischen Kirchengemeinden im Großherzogtum Posen und der Druck der preußischen Staatsverwaltung, die Grenzenfrage zu regeln, führten zu einer allmählichen Begrenzung der Gebietsreichweite der Pleszewer Kirchengemeinde, obwohl noch circa einhundert Ortschaften sich auf ihrem Gebiet befanden, als Pastor Kleiner 1832 starb[5]. Zum Verdienst des Pastors Kleiner war auch das, dass er die Frage der Stelle zur Abhaltung von Andachten, regelte. Sein Vorgänger Grimm hielt Predigte abwechselnd in Dobra Nadzieja und Malinie, Kleiner entschied dagegen, dass die Pleszewer Vorstadt Malinie zum Hauptpunkt der Kirchengemeinde wird und nur dort Andachten abgehalten werden. Ein unansehnliches Gebäude, das zum Andachtssaal und Pastorwohnung wurde, war jedoch zu bescheiden und deshalb wurde eine Entscheidung getroffen, einen neuen Tempel zu errichten. Die geringen Finanzierungsmöglichkeiten reichten aber nur dafür aus, um das aus Dobra Nadzieja verlegte Schulgebäude auf dem von Makary Gorzeński geschenkten Grundstück zu stellen und einen Friedhof einzurichten. Der Burgherr Górzeński hielt sich nicht für Förderer der Kirchengemeinde und verweigerte weitere Leistungen, deswegen war die Kirche nicht besonders stattlich, sie hatte keinen Turm, keine Glocke, und sogar keinen Fußboden und daher war sie kein sichtbares Zeichen der Anwesenheit von Protestanten in Pleszew[6]. Der Widerstreit zwischen den Einwohnern von Pleszew und Malinie und denen aus den rund herum liegenden Dörfern machte das Zusammenhalt der Kirchengemeinde deutlich scheitern. Noch im Jahre 1800 saßen im Kirchengemeinderat nur Schuhmacher Johann Gottfried Fechner als Vertreter von Malinie und Vertreter von drei Hauländersiedlungen: Johann Friedrich Bauz aus Zielona Łąka, Gottfried Heppner aus Dobra Nadzieja und Georg Birk aus Ludwina. Die Einwohner von Pleszew hatten damals keinen ihren Vertreter, weil der durch sie gewählte Kandidat Pflichten mit anderen Ratsmitgliedern nicht teilen wollte und er war der Meinung, dass der Ehrenvorrang, der das Spendegeldsammeln und -zählen zusammen mit den Hauländern (sogar wenn sie Bauern waren) ausschloss, ihm zustehen sollte. Außer dem Kirchengemeinderat unterstützte der Kantor, der ein Orgelspieler und gleichzeitig ein Lehrer in der Schule war, deren Lehrprogramm sich auf Lese-, Schreib- und Religionsunterricht beschränkte, auch den Pastor bei seinen alltäglichen Pflichten. Der erste Kantor war 1796 Johann Samuel Schubert aus Krosno Odrzańskie [Crossen an der Oder], und 1818 übernahm Johann Georg Strauss, der bis zum Jahre 1852 in Pleszew verblieb, seine Pflichten. Die Mitarbeiter von untergeordnetem Rang waren ein Küster und ein Totengräber. Pastor Kleiner starb 1832 und ließ die sich weit erstreckende Kirchengemeinde, die immer noch eine vorläufige Struktur hatte. Bedingungen, in denen er tätig sein musste, waren jedoch sehr schwer. In den Jahren 1795-1815 zogen Kriegswirren mehrmals durch Großpolen durch, die Verwaltungsänderungen mitbrachten: die 1795 gebildete Provinz Südpreußen wurde schon 1806 liquidiert, aber das damals entstandene Herzogtum Warschau hörte 1815 auf, zu bestehen. Damals auch befand sich Pleszew im Großherzogtum Posen, das die Integration mit den anderen Provinzen des preußischen Staats allmählich erfuhr und seit der Mitte des XIX. Jh. Provinz Posen offiziell genannt wurde. Den Integrationsprozess erfuhren auch die Strukturen der evangelischen Kirche in Großpolen, obwohl man nicht vergessen soll, dass der Protestantismus in Preußen keine statische Institution war und in den XVIII-XX. Jahrhunderten wesentliche Änderungen durchmachte. Der bekannteste Rechtsakt, der dahin ging, die preußische Landeskirche zu gründen, war die durch den Beschluss des Königs Friedrich Wilhelm III. aus dem Jahre 1817 angeregte Union des Luthertums und des Kalvinismus. Der Widerstand von Geistlichen beider Konfessionen verursachte jedoch, dass eine neue evangelische Konfession den Beabsichtigen des Königs zuwider nicht entstand, sondern lediglich eine Kirche, in der lutherische und kalvinische Kirchengemeinden die gleichen Rechte hatten. Die Angehörigkeit einer bestimmten Kirchengemeinde hing von persönlichen Entscheidungen einzelner Personen ab, und in amtlichen Urkunden konnte man seine Konfession als evangelisch-lutherisch, evangelisch-reformiert oder evangelisch-uniert bezeichnen, übrigens wurde die Landeskirche inoffiziell evangelisch-uniert genannt. Und was noch mehr zu sagen ist, waren die Nachfolger von Friedrich Wilhelm III. (1840 gestorben) gezwungen, ihre Ansicht aufzugeben, dass die evangelische Kirche eine  hierarchische und bürokratische Institution sein sollte, die der Staatsverwaltung vollkommen untersteht. Die preußische Verfassung aus dem Jahre 1850 erkannte die Verwaltung von Kirchenfragen durch Religionsinstitutionen, und nicht durch staatliche Ämter an, und weitere Umgestaltungen der  Kirchenstrukturen gingen dahin, die synodale Ordnung einzuführen, das heißt die Beteiligung von Laien am Leben der Landeskirche zu vergrößern. Außer den Systemumgestaltungen waren die Kirchenstrukturen einer weitgehenden und mit gesellschaftlichen und Zivilisationsumänderungen, die an der Wende des XVIII. Jh. begonnen hatten, aber um die Wende des XIX. zum XX. Jh. erheblich beschleunigt wurden, verbundenen Modernisierung unterworfen. Die wachsende Landwirtschaftsproduktivität und der medizinische Fortschritt verursachten demographische Umänderungen wegen der steigenden Bevölkerungszahl, die ihre Arbeit in der Industrie in sich schnell entwickelnden Städten fand. Die Industrialisierung und die Verstädterung erforderten jedoch immer besser ausgebildete Arbeitskräfte, was die Voraussetzung zur Einführung der Schulpflicht war. Dank dem im XIX. Jh. gebauten Eisenbahnnetz wurden  besser ausgebildete Einwohner Großpolens immer beweglicher und sie waren empfänglich für die Säkularisation, und somit verlangten sie neue, vielfältigere, modernere und mehr professionelle Formen der Seelsorge. Pastor Kleiner war also der letzte Geistliche, der eine traditionelle, patriarchalische Kirchengemeinde bildete, die auf Gläubige vor allem durchs Wort einwirkte. In den Jahren 1833-1883 war Karl Gottfried Strecker (geb. 1807 in Reichenberg/ Liberec in Tschechien) der evangelische Pfarrer in Pleszew, der die Kirchengemeinde sehr stark umwandelte und vor allem modernisierte. Genauso wie sein Vorgänger unternahm er Anstrengungen, die zum Bauen einer Kirche und zur endgültigen Bestimmung der Grenzen der Kirchengemeinde führen sollten, aber von besonderer Wichtigkeit war die Gründung einer Erziehungsanstalt für so genannte schwer erziehbare Jugendliche – denn die Anstalt wurde einerseits eine der bekanntesten Einrichtungen dieser Art in Großpolen, aber anderseits bat sie den Einwohnern von Pleszew neue Möglichkeiten an, sich am Leben der Kirche zu beteiligen, was ein wichtiger Faktor der Säkularisationsgegenwirkung war. Die ersten Amtsjahre des Pastors Strecker waren von seinen Anstrengungen bestimmt, eine neue Kirche zu bauen. Das an der Wende des XVIII. Jh. gebaute Gebäude war in schlechtem Zustand und es konnte einen Vergleich mit keinem der römisch-katholischen Tempel in der Gegend aushalten. In diesen Umständen war es schwierig zu erwarten, dass hiesige Protestanten, unter denen immer mehr Deutsche, die aus den anderen Provinzen Preußens hierher kamen, waren, sich ins Leben der Kirchengemeinde begeistert einschalten. Der Provinzoberpräsident Eduard von Flottwell besichtigte im Mai 1833 Pleszew und kritisch beurteilte er den Tempelzustand. Der Pastor Strecker befolgte seinen Rat und im Januar 1834 wandte er sich mit der Bitte direkt an den König Friedrich Wilhelm III., den Bau der neuen Kirche finanziell zu unterstützen. Der Monarch erkannte zwar die Richtigkeit des Antrags an und versprach seine Hilfe, aber ein greifbarer Geldbetrag in Höhe von 4124 Taler wurde erst im Februar 1840, in den letzten Lebenswochen von Friedrich Wilhelm III. eingeräumt. Den Bau konnte man aber nicht beginnen, weil die königliche Dotation nicht ausreichte, um wenigstens die Hälfte der Baukosten zu decken. Ohne Bemühungen aufgegeben zu haben, den Fehlbetrag zu sammeln, bauten der Pastor Strecker und Pfarrkinder die Pleszewer Kirche beträchtlich um, und zwar brachte man unter anderem 1833 eine Kanzlei an, und 1836 wurden drei Glocken gekauft und an den zugebauten Turm angebracht[7]. Keine stärkere finanzielle Unterstützung seitens der preußischen Staatsverwaltung für evangelische Kirchengemeinden war eine allgemeine Entwicklung im Großherzogtum Posen mindestens bis zur deutschen Reichsgründung 1871. Selbstverständlich sahen die Behörden die Rolle, die der Protestantismus beim Integrieren der Provinz mit dem preußischen Staat spielen konnte, aber sie unterstützten einzelne Kirchengemeinden in einem sehr beschränkten Umfang. Als der Oberpräsident Flottwell 1841 seine Amtierung in Großpolen beendete, stand er in seinem berühmten Memorial zu, dass die evangelische Kirche sich in schlechtem Zustand, übrigens nicht nur im materiellen, aber vor allem im geistlichen Sinne befand, denn sie konnte den Komplex einer durch den auf diesem Gebiet herrschenden Katholizismus unterdrückten Minderheit loswerden. Das Bauen von neuen Kirchen und die Gründung von neuen Kirchengemeinden war also eher nicht der Effekt der Behördenpolitik die als die Germanisierungspolitik bekannt ist – sondern vielmehr der wachsenden Wirtschaftskraft der Deutschen, die in Großpolen immer zahlreicher waren sowie auch der Aktivitäten des Gustav-Adolf-Werks d.h. der 1832 in Sachsen gegründeten Stiftung, die die evangelische Diaspora in Deutschland und in anderen Ländern zu unterstützen hatte[8]. Nicht anders war das auch in Pleszew, wo die Schlüsselrolle nicht nur der Anstieg der Beamten-, Lehrer- und Handwerkerzahl, aber vor allem die Übernahme von rund herum liegenden Herrenhöfen durch deutsche Grundbesitzer spielten. Unter ihnen wurden die Jouannes am bekanntesten,  die 1840 den Palast in Malinie übernahmen; sie stammten zwar aus einer französischen Hugenottenfamilie, aber dank der Union des Luthertums und des Kalvinismus konnten sie  in der preußischen Landeskirche hervorragend funktionieren. Erst im Januar 1844 erteilte der König Friedrich Wilhelm IV. seine endgültige Baugenehmigung und er schickte das im Berliner Architektenbüro von Friedrich August Stüler vorbereitete Bauprojekt. Noch in demselben Monat schloss die Kirchengemeinde in Pleszew mit dem Bauunternehmer Georg Jonas aus Dobra Nadzieja einen Vertrag ab, nach  dem bis 1846 eine neue Kirche gebaut werden sollte. Die Feier des Grundsteinlegens fand am 15. August 1844 statt, aber der Bau wurde dreimal eingestellt, was Überschwemmungen von schon teilweise verrichteten Erdarbeiten zur Folge hatte. Der Unternehmer Jonas erlitt dadurch erhebliche finanzielle Verluste, aber schließlich brachte er 1848 den Bau zu Ende und am 16. Juli desgleichen Jahres fand die Einweihungsfeier des neuen Tempels statt. Diesen Akt führte der Bischof Karl Freymark aus Posen durch, und mit dem Beschluss des Kirchengemeinderats wurde Heiliger Johannes zum Schutzheiligen der Kirche. 1867 brachte man am Kirchenturm eine neue Uhr, und 1871 eine neue Glocke an[9]. Außer des Kirchenbaus war die Beendigung der Grenzenbestimmung die zweite wichtige Errungenschaft des Pastors Strecker. Die steigende Zahl von Protestanten in Pleszew und in der Gegend brachte den schon mit Arbeit überlasteten Geistlichen in Verpflichtungen, aber anderseits waren die immer zahlreichere und reichere Protestanten imstande, die Kosten der Gründung von neuen Kirchengemeinden zu tragen, die ein erheblich kleineres Gebiet umfassten. Die bedeutsamste Änderung erfolgte 1855, als eine neue und selbständige Kirchengemeinde in Sobótka gegründet wurde, die den Pastor Julius Hoffmann anstellte. In der Zeit organisierte man auch die Kirchengemeinde in Sierszew, die schon seit 1847 ihre eigene Kirche hatte, jedoch Probleme, einem Geistlichen eine Wohnung zuzusichern, verursachten, dass man erst 1864 Grenzen formell bestimmte und eine neue Kirchengemeinde gründete. Dadurch verringerte sich erheblich das Tätigkeitsgebiet des Pastors Strecker, aber die Differenzen in Verpflichtungen einzelner Ortschaften waren ein Problem – manche gehörten offiziell der Pleszewer Kirchengemeinde an, aber es gab auch solche, deren Angehörigkeit als „Gastfreundschaft“ funktionierte und dank dem trugen sie geringere finanzielle Lasten. Erst 1880 traf der Kirchengemeinderat zusammen mit dem Pastor die Entscheidung, die durch die Kirchenbehörden in Posen bestätigt wurde, dass Einwohner von allen Ortschaften als Kirchengemeindenangehörige gleichberechtigt sind und gleiche Gebühren entrichten werden, wobei alle Leistungen in bar ausgezahlt werden sollten, auch diejenigen, die bis jetzt dem Geistlichen und dem Kantor als Naturalien übergeben wurden[10]. Die letzte große Errungenschaft des Pastors Strecker, und zwar im überlokalen Ausmaß, war 1853 die Gründung der Erziehungsanstalt für Jugendliche. Die Mitte des XIX. Jh. war die Geburtszeit der so genannten Inneren Mission im deutschen Protestantismus d.h. mehrerer Aktivitäten, die Erziehungs-, Wohltätigkeits- und Missionsaufgaben vereinten und auf den Ideen des Pietismus basierten. Den damaligen Meinungen gemäß war die Armut die Folge der Sünde und des Religiositätsverfalls, und eine immer größere Menge von Armen und die damit verbundene Verminderung der Einflusskraft der Kirche erforderten entschlossene Gegenwirkungen. Selbstverständlich war die Wohltätigkeit nichts Neues[11], aber das Ausmaß von Aktivitäten der Inneren Mission, der Ausbau der institutionellen Grundlage und die Professionalisierung von Aktivitäten waren bis jetzt nicht bekannt. Die erste Anstalt dieser Art in Pleszew wurde jedoch ganz zufällig gegründet – Julia Grimm, die verwitwete Ehefrau des ehemaligen Pleszewer Pastors Friedrich Grimm (gestorben 1847 in Stawiszyn) schenkte 1850 der Kirchengemeinde ihre Liegenschaft in Malinie, wobei sie das Recht auf Leibrente vorbehielt. Die Liegenschaft bestand aus einem Wohnhaus, einem Pferdestall und einem Garten, und in diesen Gebäuden sollte gemäß dem Wunsch der Witwe eine Herberge für arme und kranke Protestanten aus der evangelischen Kirchengemeinde eingerichtet werden. Mit dieser Aufgabe beschäftigte sich die 1853 gegründete Grimm-Stiftung, die jedoch keine Herberge einrichtete, sondern einen Gebäudeteil vermietete, in dem sie nur vorübergehend ein paar Witwen eine unentgeltliche Wohnung zusicherte. 1889 wurde die Liegenschaft verkauft, und das gewonnene Kapital schloss man in das Vermögen der schon 1883 gegründeten Strecker-Stiftung, die alle kranken und armen Gemeindeangehörige unterstützte; seit 1894 trug die Stiftung den offiziellen Namen Grimm-Strecker-Stiftung und sie wurde durch den Kirchengemeinderat geführt[12]. Den großen Ruf, der außerhalb Pleszew ging, erlangte jedoch der Pastor Strecker dank der 1854 gegründeten Erziehungsanstalt für Jugendliche. Schon 1852 legten Strecker und Landrat Ernst Gregorovius die Initiative zusammen vor, wobei sie die Unterstützung der vom Oberpräsidenten der Provinz Posen Eugen von Puttkamer geführten Kottwitz-Stiftung bekamen. Im Mai 1854 erwarb man eine Liegenschaft für 12 Tausend Mark und man berief das Kuratorium der Anstalt, in dem, außer Strecker, der Bürgermeister Hautzinger, der Gutsbesitzer von Malinie Jouanne, der Apotheker Rabsch und der Lehrer Haesner Sitz und Stimme hatten. Dank der Opferwilligkeit der Kirchengemeindeangehörigen aus Pleszew und der Gegend und reichen Förderern sowie auch zahlreichen Spendern aus anderen Regionen Großpolens wurde die neue Anstalt schon am 3. August 1854 eröffnet. Die Feier wandelte sich in eine eigenartige Manifestation der Pleszewer Protestanten, die sich vor der Schule versammelt hatten und in einem festlichen Marsch – an dem auch Oberpräsident Puttkamer teilnahm – bis zur neuen Anstalt durchzogen. Vor einem im Schlafraum aufgestellten Altar wurde ein Gottesdienst gehalten und anschließend wurden drei Jungen dem Leiter der neuen Anstalt übergeben. Wie das im offiziellen Bericht betont wurde, bestätigte der gleich nach der Feier gemachte Fluchtversuch eines der Zöglinge nur, dass es notwendig war, so eine Anstalt zu gründen; bis zum Jahresende stieg die Zahl der Schützlinge auf 13[13]. Von Anfang an sollte die Anlage nicht nur Einwohnern des Kreises Pleszew, sondern auch der Kreise Odolanów [Adelnau], Ostrzeszów, Krotoszyn [Krotoschin] und Krobia [Kröben] dienen. Außerdem, wenn es Förderer gab, wurden auch Jugendliche aus anderen Kreisen in die Anstalt aufgenommen – nach zwei Jahren der Tätigkeit stieg die Zahl der Zöglinge auf 24, und unter ihnen waren auch Ankömmlinge aus den Kreisen Śrem [Schrimm], Września [Wreschen] und Rogoźno [Rogasen]. Die Aufenthaltsregeln und die Erziehungsmethoden waren ziemlich streng, aber, wenn man offiziellen Berichten glauben soll, sie waren erfolgreich. Neu aufgenommene Zöglinge, die meistens schmutzig und abgerissen waren, wurden gründlich gewaschen und anschließend bekamen sie eine saubere Kleidung. Im Sommer wurden sie um 5 Uhr geweckt (im Winter eine Stunde später) und nach der zweistündigen Morgentoilette und Beten setzten sie sich gemeinsam zu Tisch. Die Anstalt hatte keine eigene Schule, denn sie besuchten die Stadtschule, um sie mit der Bevölkerung zu integrieren. Einen großen Wert legte man auf die Erziehung durch Arbeit, die meistens auf dem Anstaltsgelände, sowohl im Gebäude (vor allem in der Küche), als auch im anliegenden Garten verrichtet wurde[14]. Die Anstalt wurde weiter ausgebaut, wozu die Energie des Pastors Strecker beitrug – noch 1855 besuchte er Rauhes Haus in Horn bei Hamburg, d.h. die Mustererziehungsanstalt für Jungen, die vom Begründer der Inneren Mission Johann Wichern geführt wurde. 1862  gründete man in Pleszew die Erziehungsanstalt für Mädchen, aber die steigende Zahl von Schützlingen (und wahrscheinlich die Professionalisierung der Lehrmethoden) verursachte, dass man 1872 eine Fachbetriebsschule gründen musste[15]. Die Erziehungsanstalt spielte eine wesentliche Rolle nicht nur als eine Stelle für soziale Wiedereingliederung von schwer erziehbaren Jugendlichen, aber auch als ein Zentrum für Aktivierung und Integration evangelischer Einwohner von Pleszew. Der Beisitz im Kuratorium der Anstalt, ihre Unterstützung mit verschiedenen Gaben und alltägliche Kontakte zu Zöglingen baten neue Möglichkeiten an, sich am Kirchenleben besonders denjenigen Personen zu beteiligen, für die die traditionellen Andachte zu monoton waren und Anforderungen von ausgebildeten Leuten nicht erfüllten, die aber die soziale Rolle der Gemeinde und der Kirche als bedeutsam fanden. In Anerkennung der Verdienste des Pastors Strecker, als er am 9. Mai 1883 starb, organisierten die Pleszewer Pfarrkinder nicht nur die feierliche Beerdigung (zu der der Generalsuperintendent Wolfgang Gess aus Poznań kam), aber sie beschlossen auch die Erziehungsanstalten offiziell Strecker-Erziehungsanstalt für vernachlässigte und verwaiste Kinder der evangelischen Konfession in Pleszew zu nennen. Zum neuen Pastor wurde im Januar 1884 Maximilian Raddatz, der aus Pommern stammte (geboren 1848 in Złocieniec [Falkenburg] bei Drawsko Pomorskie [Dramburg]) und Sohn des Pastors aus  Szczecinek [Neustettin] war. Während seiner Amtszeit veränderte sich die Kirchengemeinde praktisch nicht, wobei man die schon vorhandenen Liegenschaften und Gebäude verbesserte und ausbaute. 1884 wurde die Gemeindebibliothek zur Benutzung übergeben, 1887 verbreiterte man den Friedhof und renovierte man komplex die Orgel, und ans Gemeindehaus („Pastorhaus”) baute man 1894 einen Saal für den Unterricht vor der Konfirmation an. Im Februar 1889 entstand auch die Pflegegesellschaft für Arme und Kranke, deren Ziel war, eine Diakonissenstation zu gründen. Nachdem eine entsprechende Geldsumme gesammelt worden war, fand die feierliche Eröffnung mit Andacht statt, während deren der Leiter der Diakonissenanstalt in Poznań der Pastor Otto Klar und die Vorgesetzte Johanna Bade zwei Diakonissen Wilhelmine Naaz und Betty Ramm persönlich einwiesen. Auf diese Art und Weise tauchte in Pleszew ein weiterer Faktor auf, der das Funktionieren der evangelischen Kirchengemeinde erweiterte und professionalisierte und dadurch ermöglichte, immer mehr differenzierte und immer mobilere Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Der Erweiterung der Gemeindestrukturen bei einem geringen Anstieg der Gläubigeranzahl wäre jedoch ohne eine günstige politische Konjunktur nicht möglich. Seit 1886 das heißt seit der Entstehung der Königlichen Preußischen Ansiedlungskommission unterstützte die preußische Staatsverwaltung immer lieber den Ausbau von evangelischen Kirchengemeinden in Großpolen finanziell und organisatorisch, weil sie sie als die Verstärkung für hiesige Deutsche betrachtete. Diese Aktivitäten sollen jedoch nicht dämonisiert werden – Bilden von neuen Kirchengemeinden, Bauen von neuen Kirchen, Gemeindehäusern, Pflegeanstalten und Schulen war für das ganze Staatsgebiet Preußens typisch, was durch die günstige Wirtschaftskonjunktur und Versuche, wachsende Einflüsse der Sozialdemokratie zu hemmen, bedingt war. Diese Konjunktur nahm der Nachfolger des 1904 verstorbenen Pastors (seit 1899 des Superintendenten des Kirchenbezirks Śrem]) Raddatz ausgezeichnet in Anspruch. Der neue Geistliche Oswald Jost war 1868 in Rogowo [Roggenau] im Kreis Żnin [Dietfurt] geboren und er war also der erste Pastor in Pleszew, der aus Großpolen, und nicht aus einer preußischen Nachbarprovinz stammte. Nach dem in Krotoszyn [Krotoschin] bestandenen Abitur studierte er Theologie und Germanistik in Wrocław [Breslau] und Leipzig, 1895 wurde er als Geistlicher ordiniert und seit 1896 war er als Pastor in Sobótka bedienstet. Die Probleme der Pleszewer Kirchengemeinde waren ihm also nicht fremd, als er am 1. Dezember 1905 dort seine Amtierung begann. Er konnte sich auch schnell überzeugen, dass die Wirtschaftsentwicklung Krankheiten und Armut nicht beseitigt, und die Anstalten der Inneren Mission weiter ausgebaut werden müssen. Im Januar 1907 lud er daher seine Pfarrkinder vor, ihn beim Organisieren eines weiteren Objekts der Pflegeanstalten zu unterstützen und dank ihrer außerordentlichen Opferwilligkeit eröffnete man schon im Juli 1908 den Krüppel- und Siechenheim. Die große Anzahl von geistlich behinderten Heimbewohnern verursachte, dass eine Fachpflege für sie notwendig war. Deswegen wurde die Betriebsschule ausgebaut, aber die steigende Anzahl von Heimbewohnern führte zur Eröffnung im September 1912 eines weiteren Objekts und zwar der Pflegeanstalt für psychisch kranke Kinder. Die Erweiterung und die Professionalisierung des Tätigkeitsumfangs erforderten immer zahlreichere und immer mehr spezialisierte Fachkräfte – außer Lehrern, Erziehern und Ärzten stellte man daher in Pleszew auch eine dritte Diakonisse an, wobei zwei Diakonissen ihre Zeit eigentlich für die Arbeit in den Pflegeanstalten, und nur eine in der Kirchengemeinde opferten[16]. Die ununterbrochene Entwicklung der evangelischen Kirchengemeinde in Pleszew wurde schon im Ersten Weltkrieg stark gehemmt. Das Erscheinen 1914 einer Kosaken-Patrouille in der Stadt war zwar eine Ausnahme im ganzen Großpolen, aber viele Einwohner gerieten ins deutsche Heer und fielen im Kriege. Unter Gefallenen waren Vertreter verschiedener Stände und Berufe, davon auch aus der Familie Jouanne. Die echte Katastrophe waren jedoch der Großpolnische Aufstand und die Machtübernahme im Dezember 1918 durch die polnische Staatsverwaltung. Die Beziehungen der polnischen und deutschen Einwohner von Pleszew verschärften sich nicht nur während der Aufstandskämpfe, sondern auch der mehrmonatigen diplomatischen Verhandlungen und Maßnahmen vor der formellen Unterzeichnung und dem Inkrafttreten des Friedensvertrags von Versailles, der Großpolen dem polnischen Staat formell zubilligte (was erst am 10. Januar 1920 erfolgte). Außer Revisionen in Häusern deutscher Einwohner erweckten besonders Internierungen von Deutschen, die man für Führer der lokalen Gemeinschaft hielt, Angst und Befürchtungen vor der Zukunft. Der Pastor Jost entging glücklicherweise der Internierung, obwohl er am 30. Juni 1919 zur  Vernehmung vorgeladen wurde. Es gelang ihm den Vorwurf, zweifelhafte „politische Versammlungen” organisiert zu haben, abzulehnen und zu beweisen, dass Mitarbeiter der Pflegeanstalten, die sich im Gemeindehaus versammelten, Polnisch lernten, und zusätzlich setzte sich einer der gerade in der Kommandantur anwesenden Polen für ihn ein. Die ungewisse Zukunft in dem sich bildenden polnischen Staat verursachte jedoch, dass es schon 1919 eine Massenauswanderung von Deutschen ins Deutsche Reich begann. Das bedeutete eine erhebliche Abschwächung der evangelischen Kirchengemeinde – schon im Juni 1919 wies der durch den Pastor Jost geleitete Kirchengemeinderat darauf hin, dass die Gläubigerzahl von 3300 vor dem Krieg sich um 100 bis 200 Personen vermindert haben konnte, und in der Zukunft wäre sogar eine Entvölkerung mancher Ortschaften zu befürchten[17]. Tatsächlich fiel die Zahl der Gemeindeangehörigen im Jahre 1922 bis auf 1020 Personen, aber den Befürchtungen entgegen gelang es, die Funktionierung der Pflegeanstalten aufrechtzuerhalten – daher schloss der Superintendent Johannes Steffani aus Jarocin [Jarotschin], der Pleszew besuchte, seinen Bericht mit folgenden Worten: „Weil die Kirchengemeinde zur Zeit circa eintausend Seelen zählt und 4 Rittergüter sich auf ihrem Gebiet befinden, scheint ihre Existenz sichergestellt zu sein”[18]. Die Gläubigerzahl fiel noch weiterhin, um sich in den dreißiger Jahren des XX. Jahrhunderts auf dem Niveau von mehr als 700 Personen zu stabilisieren. Zusätzlich vermehrten Bewohner der Pflegeanstalten, deren Zahl ca. 200 betrug, die Protestantenzahl in Pleszew. Mitarbeiter und Bewohner der Anstalten beteiligten sich nach wie vor aktiv am Leben der Kirchengemeinde, wobei sie von Einwohnern der Stadt und der Gegend allseitig unterstützt wurden. Und hauptsächlich dank der Opferwilligkeit der Protestanten aus Pleszew (sowie auch aus anderen, oftmals weit entfernten Ortschaften) gelang es, die Funktionierung der Anstalten trotz des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und der Hyperinflation am Anfang der zwanziger Jahre aufrechtzuerhalten. 1927 lud schon nicht der Pastor Jost, sondern der Gutsbesitzer aus Lenartowice Jules von Jouanne zur Opferwilligkeit vor, wobei er einen weiten und positiven Widerhall fand[19]. Man darf sich also nicht wundern, dass die Bewohner und das Personal ihren Möglichkeiten entsprechend die Kirchengemeinde unterstützten, indem sie zum Beispiel dem Gemeindenensemble (dem so genannten Posaunenchor) Blasinstrumente ausliehen. Eine Sonderform der nahen Beziehungen der Pflegeanstalten und der Kirchengemeinde war die blinde Anstaltbewohnerin Irmgard Benade (geb. 1890, die Tochter des Pastors Willy Benade aus Krotoszyn), die seit 1924 in der Gemeinde als Orgelspielerin und Religionslehrerin angestellt war. Die sinkende Protestantenzahl in Pleszew bedeutete keine Minderpflichten des hiesigen Pastors. Oswald Jost, der nach dem Tode seiner Frau und der Auswanderung seiner Kinder ins Reich einsam lebte und zusätzlich mit schweren Krankheiten geplagt wurde, stellte schon 1929 einen Antrag aufs Versetzen in den Ruhestand, obwohl er das Pensionsalter noch nicht erreichte. Als er in seinem Antrag ans Konsistorium in Poznań schrieb, verursachen seine ans Bett gefesselte Mutter und der Wille, einem neuen Pastor Hilfe zu leisten, dass er sowieso wünschte, in Pleszew zu bleiben und auf dem hiesigen Friedhof seiner Ehefrau und seiner Mutter sehr nahe bestattet zu werden[20]. Die Kirchenbehörden kamen dem Antrag des verdiensteten Geistlichen nach und am 1. März 1930 hörte der Pastor Jost auf, die Pflichten des Pfarrers zu erfüllen, aber er blieb in Pleszew und beteiligte sich nach wie vor am Leben der Kirchengemeinde und der Pflegeanstalten. Er starb am 21. Januar 1931 und seinem Wunsche gemäß wurde er auf dem hiesigen Friedhof bestattet[21]. Der Nachfolger des Pastors Jost wurde durch die Kirchenbehörde in Poznań sorgfältig ausgewählt – das war Joachim Schulz, der 1902 in Poznań geborene Sohn des Pastors Emil Scholz, der in den Jahren 1901-1909 die Pflichten des Vereinsvorsitzenden der Inneren Mission in der Provinz Posen (also des Koordinators der Tätigkeit von Pflege-, Erziehungs- und Missionsanstalten auf dem ganzen Gebiet Großpolens) erfüllt hatte. 1909 wurde der Vater des zukünftigen Pleszewer Pastors nach Wilkowice versetzt und dank dem ging Joachim Schulz aufs Gymnasium in der nahe liegenden Stadt Leszno [Lissa]. Er unterbrach im Januar 1919 die Schule und ließ sich in den Grenzschutz d.h. in einen Freiwilligenverband anwerben, der gegen großpolnische Aufständische kämpfte. Nach dem halbjährigen Dienst setzte er die Schule fort und 1922 machte er Abitur[22]. Das Studium begann er an der Theologischen Schule in Poznań, die Geistliche für die Evangelische Unierte Kirche in Polen bildete und die durch die polnischen Behörden nicht anerkannt (aber geduldet) wurde. Nach den damals geltenden Gesetzen mussten Theologiekandidaten mindestens einen Teil des Studiums in Polen machen und daher immatrikulierten sich Studenten der Theologischen Schule an der Universität zu Poznań – im Fall von Joachim Schulz war das die Fakultät für Jura und Wirtschaft, an der er in den Jahren 1922-1923 formell studierte. Sein Studium setzte er an den Universitäten in Greifswald, Tübingen und Breslau fort, nach dem er 1929 in Poznań als protestantischer Geistlicher ordiniert wurde und seine Amtierung als Hilfsprediger in Nowy Tomyśl [Neutomischel] begann[23]. Noch in demselben Jahr wurde er jedoch als Kandidat zur Hilfe und zu etwaigem Nachfolger in den Pflegeanstalten in Pleszew ernannt und im August begann er seine halbjährige Studienreise durch Anstalten der Inneren Mission im Reich. Diese Reise, die eine Form des Praktikums war, wurde durch die Kirchenbehörden in Poznań finanziert und bestand darin, dass er je ein paar Wochen in verschiedenen Anstalten verbrachte: in Szczecin [Stettin], Kaiserswerth im Rheinland (die erste deutsche Diakonissenanstalt Bethel), Cracau bei Magdeburg, Neinstedt im Harz und Carlshof bei Kętrzyn [Rastenburg][24]. Nach seiner Rückkehr begann Scholz noch als Hilfsprediger den Dienst in Pleszew, aber schon am 11. Mai 1930 wurde er während des feierlichen Gottesdienstes in das Pastoramt eingesetzt; diesen Akt führte der Superintendent Johannes Steffani aus Jarocin [Jarotschin] Bischof Karl Freymark aus Posen durch, der von Emil Scholz aus Wilkowice und Karl Kuss aus Zaniemyśl [Santomischel] unterstützt wurde. Der Pastor Scholz gewöhnte sich sehr schnell in der neuen Umgebung ein und verdiente die Anerkennung von Gemeindeangehörigen und Bewohnern der Pflegeanstalten, obwohl sein Aufgabenbereich sehr breit war – genauso wie sein Vorgänger Jost musste er auch die Verwaltung der seit 1921 nicht besetzten Kirchengemeinde in Sobótka übernehmen. Er wurde von zahlreichen Mitarbeitern unterstützt, unter denen waren: Küster Karl Silla, Orgelspielerin Benade, Kassiererin Amelie Schodka, Diakon Hans Sachs, Lehrer und Erzieher Jakob Jung, und außerdem vier Diakonissen, zwei geprüfte Erzieherinnen und ein Erzieher, zwei Pflegerinnen und zwei Sekretärinnen. Von den starken Verbindungen der Pleszewer Protestanten mit der Kirchengemeinde kann der hohe Prozentsatz von Personen, die zur Kommunion gingen, zeugen: 1932 waren das 688, 1933 – 699, und 1934 – 532 Personen[25]. Den letzten Abschnitt in der Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde in Pleszew bildet der Zweite Weltkrieg. Schon vor dem Kriegsausbruch kamen Vandalismusakte (vor allem Scheibeneinschlagen) vor, die auf die Pflegeanstalten gemünzt waren, und am 1. September 1939 wurde eine Gruppe von lokalen, einflussreichsten Deutschen – unter ihnen der Pastor Joachim Scholz – durch die polnischen Behörden interniert und nach Bereza Kartuska geschickt. Der Geistliche kehrte glücklicherweise nach Pleszew zurück, und seine Kirchengemeinde sowie die Pflegeanstalten erlitten praktisch keine Schäden, aber viele Berichte von den Internierten über ihre Erlebnisse, die die Hitler-Propaganda an die große Glocke hängte, mussten die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Deutschen und den Polen beeinflusst haben. Die Sache muss noch weiter eingehend geforscht werden, denn in den Berichten kommen widersprüchliche Beurteilungen vor – einerseits weist man auf einen Vertreter der Familie Jouanne hin, der am 27. September 1939 einen polnischen Arzt erschossen haben soll[26], aber andererseits sind der Pastor Scholz und seine Ehefrau als eine evangelische Musterfamilie dargestellt, die Polen, die in der Kirchengemeinde und in den Pflegeanstalten angestellt waren, achteten[27]. Der Einmarsch des deutschen Heeres in Großpolen wurde jedoch durch die Behörden der Evangelischen Unierten Kirche sowie die Mehrheit von Pastoren als die Befreiung „vom 20-jährigen polnischen Joch“ betrachtet. Ebenso kann es auch in Pleszew gewesen sein, um so mehr, als deutsche Ansiedler im durch „die Befreier” gegründeten Reichsgau Wartheland auftauchten, die die evangelischen Kirchengemeinden zahlenmäßig erheblich verstärkten. Die Ankömmlinge stammten nicht nur aus dem Dritten Reich, sondern auch aus den in den Jahren 1939-1940 durch die Sowjetunion annektierten Gebieten – im Fall von Pleszew waren das vor allem Deutsche aus Galizien und Bessarabien (Moldawien) sowie auch wenige Deutsche aus den baltischen Staaten. Ihr Anteil war nicht höher als 50% der „bodenständigen” Einwohner der Kirchengemeinde und nur wenige Ansiedler traten dem Gemeinderat bei[28]. Die Hoffnungen auf den Wiederaufbau der Evangelischen Unierten Kirche, die die Stütze des neuen Deutschen Ostens wäre, erfüllten sich jedoch nicht, denn Wartheland wurde zu einem musterhaften Reichsgau, in dem man versuchte, eine neue deutsche Gesellschaft, die von den Einflüssen des Christentums frei wäre, zu bilden. Schon 1940 begann man, die Tätigkeit von allen kirchlichen Institutionen zu beschränken, indem man Liegenschaften beschlagnahm, man verbot, die kirchlichen Feiertage zu begehen und Religion in den Schulen zu unterrichten, und vor allem man die Kirchen auf das Niveau gewöhnlicher Vereinen, deren Mitgliedschaft nicht durch die Taufe, sondern durch eine Erklärung auf dem Standesamt erworben werden sollte, versetzte. In Pleszew erfolgten jedoch keine massenhaften Kirchenaustritte und die Kirchengemeinde erhielt sich bis zum Kriegsende, indem sie enge Kontakte zu den Jost-Strecker-Anstalten aufrechterhielt, obwohl ihre Funktionierung sich auch wesentlich veränderte. Zum Element der antireligiösen Behördenpolitik im Wartheland wurde 1941 die Umwandlung dieser Anstalt in eine Fürsorgestiftung, die sich ausschließlich mit Erwachsenen, vor allem in hohem Alter und mit Behinderten, insbesondere mit Blinden beschäftigte. Die staatliche Einrichtung NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) übernahm die Kinderfürsorge und dadurch verhinderte sie ihre Erziehung nach den christlichen Grundsätzen[29]. Am tragischsten war jedoch das Schicksal von geistig behinderten Bewohnern – am wahrscheinlichsten wurden sie nach Gostynin [Waldrode] gebracht und dort getötet[30]. Eigentlich durch die ganze Kriegszeit fürchtete man sich, dass der Pastor  Scholz zum Militär einberufen wird – er wurde zwar wegen eines Sehfehlers von der polnischen Wehrpflicht (er war ein polnischer Staatsangehöriger) befreit, aber 1919 war er doch Freiwilliger in einer Grenzschutzabteilung. In Pleszew wohnte der Vater des Geistlichen, der seit 1941 pensionierte Pastor Emil Scholz, der zeitweise seinen Sohn ersetzte, aber er wäre nicht imstande, die Amtierung in der ausgedehnten Kirchengemeinde und in den Pflegeanstalten auf die Dauer zu übernehmen. Seine Unterstützung erwies sich jedoch im Februar 1944 als notwendig, als er im deutschen, in Pleszew eingerichteten Feldlazarett die Kaplanpflichten übernahm[31]. Die Geschichte der Pleszewer Kirchengemeinde wurde am 21. Januar 1945 plötzlich unterbrochen, als die hiesigen Deutschen angesichts der heranziehenden Offensive der Roten Armee das Wartheland verließen. Auch Pastor Scholz evakuierte mit seiner Familie nach Deutschland und nach dem Krieg arbeitete er in Frankfurt an der Oder, er starb 1983[32]. In Pleszew sind materielle Spuren der mehr als 150 Jahre langen Protestantenanwesenheit in der Stadt, vor allem die Kirche, der Friedhof sowie auch die die Eigenart der Gemeinde bildenden Baulichkeiten der Pflegeanstalten geblieben. Zur Aufgabe der Geschichtsforscher wird es, die Geschichte dieser ungewöhnlichen Kirchengemeinde umfassend zu forschen und zu behandeln, aber das hängt von den Einwohnern ab, ob diese Kenntnisse zu einem festen Bestandteil ihrer lokalen Erinnerungskultur werden.


[1] F. Kryszak, op. cit., S. 20, 41. Der Autor gibt 1791 als das Jahr der Einwanderung von deutschen Ansiedlern in die Gegend von Pleszew an, was aber geprüft werden muss, weil der evangelische Friedhof in Dobra Nadzieja schon 1784 errichtet werden sollte.
[2] APP, Evangelisches Konsistorium in Poznań (im Folgenden als KEP), Kennung 5663, ohne Seitenzählung: Geschichte der evangelischen Parochie von Pleschen umfassend den Zeitraum von 1794 bis 1839 abgefasst von dem evang. Pfarrer zu Pleschen Carl Gottfried Strecker, Pleschen im Juni 1839 (Manuskript).
[3] Ebenda.
[4] M. Raddatz, Kirchengeschichte, w: Festschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des evangelischen Kirchensystems Pleschen am 18. November 1794, Pleschen 1894, S. 3-9.
[5] Ebenda, S. 9-27.
[6] APP, KEP Kennung 5663, ohne Seitenzählung: Geschichte der evangelischen Parochie von Pleschen (so wie Anm. Nr. 5). Der Friedhof wurde schon 1795 errichtet, die neue Kirche wurde 1799 fertig.
[7] Festschrift, S. 35-36.
[8] Mehr schrieb ich darüber in einem anderem Werk, siehe O. Kiec, Protestantismus in der Region Poznań, S. 20-21.
[9] Festschrift, S. 36-38. In den Jahren 1854-1857 baute ein anderer Unternehmer aus Pleszew, Heinrich Reich, ein neues Pfarrhaus mit einem Pfarramt neben die Kirche.
[10] Festschrift, S. 27-32.
[11] Seit 1838 war der Frauenverein in der Pleszewer Kirchengemeinde tätig, der unter anderem Gaben für arme Mädchen sammelte.
[12] Festschrift, S. 70-73.
[13] APP, KEP Kennung 1336, ohne Seitenzählung: Bericht über das zweijährige Bestehen des evang. Rettungshauses in Pleschen vom 3. August 1854 bis dahin 1856, S. 3-4 (Druckschrift).
[14] APP, KEP Kennung 1336, ohne Seitenzählung: Bericht über das zweijährige Bestehen des evang. Rettungshauses in Pleschen vom 3. August 1854 bis dahin 1856, S. 3-21 (Druckschrift).
[15] Festschrift, S. 86-87. 1884 waren in den Anstalten 52 Jungen und 26 Mädchen, bis 1894 wohnten insgesamt 537 Kinder in den beiden Anstalten.
[16] K. Fliedner, Gebt unserm Gott die Ehre! Denkschrift zum 50jährigen Jubiläum der Evangelischen Diakonissen-Anstalt in Posen, Posen 1916, S. 283-285.
[17] APP, KEP Kennung 5677, ohne Seitenzählung: Visitationsfragen des Königlichen Konsistoriums der Provinz Posen über die Verhältnisse in der Parochie Pleschen, vom Gemeinde-Kirchenrat beantwortet am 25. Juni 1919.
[18] APP, KEP Kennung  5677, ohne Seitenzählung: Visitation in der Kirchengemeinde Pleschen, Jarocin, 14.09.1922.
[19] Bericht über die Jost-Strecker-Anstalten in Pleschen (Pleszew) für die Zeit vom 1. November 1927 bis 31. Oktober 1928.
[20] APP, KEP Kennung 5670, ohne Seitenzählung: Pfarrer Jost dem Hochwürdigen Evangelischen Konsistorium, Pleszew, 1.10.1929.
[21] APP, KEP Kennung 1699, S. 278: Pfarrer Oswald Jost (Ausschnitt aus Posener Tageblatt, Nr. 22 vom 28.01.1931).
[22] APP, KEP Kennung 1729, ohne Seitenzählung: Joachim Scholz, Lebenslauf, ohne Datum (ca. 1927).
[23] APP, KEP Kennung 1729, ohne Seitenzählung: Nachweis der Personalverhältnisse des Pfarrers Joachim Scholz, 1933.
[24] APP, KEP Kennung 5670, ohne Seitenzählung: Bericht über die Studienreise zum Besuch von fünf Anstalten der Inneren Mission in der Zeit vom 16. August bis 16. Dezember 1929.
[25] APP, KEP Kennung 5677, ohne Seitenzählung: Visitationsfragen des Königlichen Konsistoriums der Provinz Posen über die Verhältnisse in der Parochie Pleschen, vom Gemeinde-Kirchenrat beantwortet am 16. Oktober 1934. Leider unterscheidet die angeführte Statistik von Personen, die zur Kommunion gingen, Kirchengemeinde-angehörige und Einwohner der Pflegeanstalten nicht.
[26] Geschichte von Pleszew, unter der Redaktion von M. Drozdowski, Kalisz 1989, S. 267.
[27] J. Piasecki, Etwas Frühling im Herbst. Sozialfürsorgeheim in Pleszew früher und heute, Pleszew 1994, S. 28-31.
[28] APP, KEP Kennung 5677, ohne Seitenzählung: Bericht über die Visitation in Pleschen und Saatfelde. Am 28. und 29. November 1943.
[29] APP, KEP Kennung 5677, ohne Seitenzählung: Bericht über die Visitation in Pleschen und Saatfelde. Am 28. und 29. November 1943.
[30] Das muss sicherlich noch geforscht werden, weil es in den Monographien wenig genaue Informationen dazu gibt, siehe: T. Nasierowski, Vernichtung von Personen mit Geistesstörungen im besetzten Polen, Warszawa 2008 S. 101. Im oben angeführten (Anm. 32) Bericht über die Visitation in Pleschen und Saatfelde gibt es lediglich eine lakonische Information, dass geisteskranke Personen nach Waldrode (also Gostynin) gebracht wurden, aber die dortige Anstalt existiert nicht mehr.
[31] APP, KEP Kennung 1729, ohne Seitenzählung: Ev. Wehrkreispfarrer XXI an Herrn Pfarrer Adolf Emil Scholz Pleschen; Posen, 19.02.1944.
[32] J. Piasecki, op. cit., S. 31.